Esskultur im Wandel – erzählt über Fernsehkochshows
Esskultur lässt sich nicht nur auf dem Teller beobachten. Sie zeigt sich ebenso deutlich auf dem Bildschirm. Wer verstehen will, wie sich unser Verhältnis zu Essen verändert hat, muss auch auf die Medien schauen, die darüber erzählen.
Genau das macht die neue Dokumentation „Erfolgsrezept – Die Geschichte der Kochshows“ des Norddeutscher Rundfunk in der ich neben Horst Lichter, Wolfgang Lippert, Kim Fischer und anderen interviewt wurde.
In 45 Minuten spannt die Doku einen Bogen von den ersten Fernsehkochformaten der 1950er-Jahre bis in eine Gegenwart, in der Kochshows längst Teil eines komplexen Medienwelt geworden sind.
Kochen als Anleitung, Show und Zeitdiagnose
Die frühen Kochsendungen waren vor allem eines: Anleitung. Sie erklärten, wie man kocht, wie man Zutaten nutzt, wie moderne Haushaltsführung funktioniert. Mit Figuren wie Clemens Wilmenrod und Gerichten wie Toast Hawaii wurde Kochen im Fernsehen zu einem Spiegel gesellschaftlicher Aufbruchsstimmung, Wohlstand und neuer Lebensstile.
Über die Jahrzehnte verschoben sich Tonfall und Funktion: Kochen wurde Unterhaltung, Talk, Wettbewerb, schließlich Event. Rollenbilder änderten sich, Autoritäten wurden hinterfragt, Inszenierungen aufwendiger. Fernsehköch:innen wurden Marken, Formate global exportiert. Auch meine eigene Akivistengeschichte ist Teil dieser Erzählung. In Ausschnitten aus meinem Werdegang geht es natürlich auch um Kitchen Impossible.
Eine Reise, die zum Weiterdenken einlädt
Mit dem Team des NDR und den Kolleg:innen aus der kulinarischen TV-Sphäre zurückzublicken auf Rollenbilder, Themen, Brüche und Kontinuitäten war mehr als ein mediales Wiedersehen. Es war eine Einladung, Esskultur als das zu begreifen, was sie immer war: ein Spiegel gesellschaftlicher, technologischer und kultureller Veränderungen.
▶️ Die ganze Sendung gibts zum Naschauen in der ARD-Mediathek
